Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 10. März 2009 an Jutta Fischer

Vorwort:

Das Bundesverdienstkreuz als Auszeichnung zu bekommen ist nun wirklich keine alltägliche Sache.

Hierzu gehört nicht nur eine besondere Tat, sondern auch eine besondere Persönlichkeit, die du ohne Zweifel bist.

Wenn du es mir erlaubst, Ich möchte  dich gerne vorstellen und anhand der 3 Worte, die in der Bezeichnung Bundesverdienstkreuz stecken, beschreiben.

Das erste Wort ist der Bund.

1992 – Nach deinem ersten Kontakt mit krebskranken Kindern, warst du nach deinen eigenen Aussagen sehr ergriffen. Das Schicksal, dass diese Kinder dort auf der  Kinderkrebsstation in Gießen ertragen mussten, ging dir sehr nah.

Du wolltest mehr tun, helfen, selbst Hand anlegen und du hast mit dem Gedanken zu helfen auch gleichzeitig ein „Bündnis“  mit dir selbst geschlossen, helfen zu müssen und diese Kinder und deren Familien zu unterstützen.

Es war aber nicht nur ein Gedanke, es wurde auch sehr schnell von dir in die Tat umgesetzt.

Freunde, Familie, Bekannte, ja ganze Dörfer „verbündeten“ sich mit dir und halfen mit, das erste Geld für die Krebskranken Kinder zusammen zu tragen.

Aber da war noch nicht Schluss. Angespornt durch diesen tollen Erfolg wurde in dir ein Feuer des Tatendrangs erweckt, das bis heute nicht erloschen ist.

In einem Verein mit Gleichgesinnten im „Bunde“  zu stehen und gegen die schreckliche Krankheit Krebs zu kämpfen, war der nächste Gedanke, den du wiederum sehr schnell realisiert hast.

Der Verein „Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth“ wurde von dir gegründet.

So hast du bis heute eine starke Truppe im Bündnis  um dich versammelt, die dich in deiner Arbeit unterstützt.

Denn getreu nach unserem Motto „Zusammen sind wir stark“ ziehst du die Fäden um uns, und leitest uns stets in die richtige Richtung.

Selbst bei Unstimmigkeiten bist du immer loyal und verlierst nie den Gedanken der Zusammengehörigkeit im Verein.

Es geht eben nur in einem starken Verbund. Hätten wir dieses Bündnis nicht, wären wir nicht so erfolgreich.

Das zweite Wort ist „Verdienst“

Verdient hast du diese Auszeichnung allemal.

Alle deine guten Taten in den vergangenen Jahren aufzuzählen wäre unmöglich.

So viel Zeit würde uns hier heute Abend nicht bleiben. Dennoch ist es mit dem Verdienen so eine Sache.

Geld verdienen müssen wir ja bekanntlich alle. Ob wir dabei immer glücklich sind ist eine andere Sache.

Anders sieht es da aus, mit dem Verdienst der Anerkennung, mit dem Verdienst des Glückes,  mit dem Verdienst der Hoffnung und des Mutes und dem Verdienst der Freude, die dir die Arbeit im Verein wiedergibt.

Aber der größte Verdienst ist es, in ein strahlendes Gesicht zu sehen. Ein Kind zu sehen, dem es wieder gut geht. Wo du weißt, dass du mit deiner Arbeit, und sei sie noch so nervenaufreibend und anstrengend gewesen, etwas erreicht hast.

Einfach nur Glücklichkeit geben. Das Gefühl zu erleben, alles richtig gemacht zu haben.

Vertrauen musst du dir auch oft verdienen.

Einer Familie begegnen, die ein schlimmes Schicksal erreicht hat. Wo das eigene Kind schwer krank ist und du dieser Familie soviel  Zuneigung und Aufmerksamkeit schenkst, dass sie dir ohne jeden Zweifel vertraut. Das ist ein Verdienst, der nicht mit Geld zu bezahlen ist.

Auch von unseren Spendern das Vertrauen zu erlangen, ist ein großer Verdienst von dir. Und das Anvertraute gut zu verwalten und geschickt wieder einzusetzen.

Unseren Verein nicht nur in der Region bekannt zu machen, sondern auch über unsere Landesgrenzen hinaus, ist ebenso ein Verdienst deiner unerschöpflichen Kraft und auch ein Verdienst deines großen Mutes, Neues anzupacken und auszuprobieren. Jeder Vorschlag zu etwas Neuem wird von dir sehr genau überdacht. Und du bist selbstlos genug, auch auf Vorschläge einzugehen und die neuen Ideen mit zu verwirklichen.

Wer soviel gibt, hat es verdient etwas zu bekommen.

Das letzte Wort ist „Kreuz“

Bei dir, liebe Jutta laufen alle Fäden zusammen. Du bist die Kreuzung in unserem Verein.

Du verteilst mit viel Geschick die verschiedenen Arbeiten und achtest darauf, dass niemand überfordert wird. Eine logistische Meisterleistung wie z.B. unser Sommerfest bewältigst du mit Bravour.

Du selbst setzt dich in unserem Verein Kreuz und Quer ein.

Ob es deine herzergreifenden Reden bei Spendenübergaben sind oder dein unermüdlicher Einsatz beim Weihnachtsmarkt.

Mit einer Engelsgeduld bist du auch telefonisch immer für die Eltern und Patienten da.

Du bist stets präsent und das Tag und Nacht.

Auch durch die halbe Republik zu Kreuzen um die betreuten Familien zu besuchen, macht dir nichts aus.

Aber eines dürfen wir nicht vergessen.

Deine schwerste Aufgabe im Verein ist es jedoch, wenn eines unserer Kinder zum Grab getragen wird.

Der schwerste Gang ist der Gang zum Kreuz.

Und ich weiß wie nahe dir dies dann geht.

Denn mit jedem Kind, das uns verlässt, geht ein kleines Stückchen von dir mit.

Aber ich glaube, du hast in all diesen Jahren gelernt damit umzugehen.

Der Tod gehört nun mal zum Leben. Leider kommt es für manche viel zu früh. Dies ist eine der traurigsten Aufgaben in unserem Verein.

Aber die vielen anderen Kinder, denen es gut geht, (ich sehe nur immer wieder den kleinen Nils vor mir) geben dir stets die Kraft und den Mut nach vorne zu schauen und weiterzumachen.

Liebe Jutta,

Im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder des Vereins möchte ich dir von ganzem Herzen zu dieser bedeutenden Auszeichnung gratulieren.

Bleibe bitte noch viele Jahre unsere Chefin und halte den Bund des Vereins zusammen.

Deine Idee einen Verein zu gründen um krebskranke Kinder mit ihren Familien zu unterstützen und das was du daraus gemacht hast verdient höchsten Respekt und Anerkennung.

Auch wenn dir dein Kreuz vor Arbeit manchmal weh tut, mache bitte weiter so.

Bleib so wie du bist, denn du bist ein Mensch und eine Persönlichkeit, die man einfach lieb haben muss.

Dankeschön für Alles!!!

Oliver Diehl
2. Vorsitzender

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